Mal „kurz“: Die Geschichte der USA – Teil II

de ← Hier geht’s zum ersten Teil.

Wer noch nicht genug hat: Hier geht’s weiter mit der Geschichte der USA seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

Übersicht des 2. Teils:

  • Kommunismus Emoji Smiley-33 und Prohibition Emoji Smiley-33 – schlimmer geht’s nicht
  • Schlimmer geht immer: Die große Depression
  • Es muss doch mal bergauf gehen: Der New Deal
  • Kriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieg!
  • Krieg – aber nicht so richtig
  • Kommunismus eindämmen oder zurückdrängen?
  • Nicht nur Kommunismus, auch Rassismus ist ein Problem
  • Es formt sich Widerstand: Die Bürgerrechtsbewegung entsteht
  • Krieg im beschaulichen Vietnam
  • Jaja, dieser Reagan & dieser Clinton
  • 11. September 2001
  • Völkerrecht? Iss mia egaaaaal

______________________________________________

Kommunismus Emoji Smiley-33 und Prohibition Emoji Smiley-33 – schlimmer geht’s nicht

So, da hat man also gerade (mal wieder) einen Krieg gewonnen und man ist ganz schön gut drauf eigentlich, da merkt man. Dieses riesige Land Russland bewegt sich gerade schnurstracks auf den Kommunismus Emoji Smiley-33 zu und dieses Land grenzt mit Sibirien quasi an die eigene Grenze Emoji Smiley-33. Für die Amerikaner der Beginn einer (meiner Meinung nach) beispiellosen Angst vor einem anderen politischen System. Hier zeigt sich dieses arg zweiseitige Bild der Amerikaner. Einerseits strotzen sie vor Selbstbewusstsein, wenn nicht gar Überheblichkeit und erheben den selbsternannten Anspruch der moralischen, politischen und gesellschaftlichen Überlegenheit über andere Länder, die sie ggf. auf den „richtigen Weg“ bringen sehr deutlich für sich selbst, andererseits ist die Angst, dass sich das eigene System und der eigene way of life nicht halten kann, so riesig, dass alle Mittel benutzt werden, um diese aus dem eigenen Land fernzuhalten. Und so begann die Verfolgung von Kommunisten Emoji Smiley-33, Sozialisten Emoji Smiley-33 und vermutlichen allen, die rote Kleidung trugen.

Und war man mit dieser tiefen Angst nicht schon besorgt genug und versuchte bei 15-30 Whiskeys ein wenig die Seele baumeln zu lassen – zack! Prohibition Emoji Smiley-33!  Vorausgegangen war eine starke Abstinenzbewegung, die den Verzicht bzw. den gemäßigten Drogenkonsum proklamierte. Wie auch immer hat es das Gesetz der Prohibition durch den Kongress, etc. geschafft. Ein Glück hatte die Regierung dann aber keinen Bock, das voll durch zu ziehen, geschweige denn, dass es die Ressourcen dazu gehabt hätte. So gab es entsprechend in jeder Stadt zahllose illegale Bars, in denen Alkohol konsumiert werden konnte. Da das ganze nunmal höchst illegal war, stieg die Kriminalität, insbesondere das organisierte Verbrechen stark an. Good job, America! Emoji Smiley-13 Kommunismus Emoji Smiley-33, Prohibition  Emoji Smiley-33 und jetzt auch noch die Mafia Emoji Smiley-33. Irgendwas ist ja immer! Und als wäre all das nicht schon genug, kam dann noch:

Schlimmer geht immer: Die große Depression

Während die Amerikaner innenpolitisch mal mindestens mit eben jenen 3 Problemen zu kämpfen hatten, waren sie wirtschaftlich gut dabei und das spiegelte sich entsprechend auch an der Börse wieder. Der Dow-Jones, stieg innerhalb weniger Jahre um mehr als das dreifache und die Amerikaner, damals noch fernab von der leisesten Idee einer Regulierung des Finanzmarktes, dachten, dass es unmöglich scheint, dass dieser wirtschaftliche Schwung an der Börse jemals enden könnte. Und so wurden Aktien ohne Ende gekauft, häufig in dem für den Kauf dieser Aktien Kredite aufgenommen wurden. Das Risiko einer solchen Aktion ist uns heute klar, aber damals dachten selbst Experten, dass das eine gute Idee wäre. Nach und nach kamen aber doch hier und da mal Zweifel auf, ob dieser ständige Anstieg des Aktienmarktindexes auf ewig so weitergehen kann und je größer und lauter diese Zweifel wurden, desto vorsichtiger wurde man. Einige wenige fingen an ihre Aktien wieder zu verkaufen und der Aktienindex sank binnen kurzer Zeit um 15%. Plötzlich ergriff die vielen Millionen privaten Anleger, genauso wie die Banken, die Angst und jeder der konnte verkaufte. Dann kam der 24. Oktober 1929, an dem, ohne wirklich (bis heute) erkennbaren Auslöser quasi wirklich in blinder (aber berechtigter Panik) jeder verkaufen wollte. Der Handel brach zusammen, es wurden Aktien einfach zu irgendeinem Preis verkauft, quasi ohne Sinn und Verstand. Alles brach zusammen, Banken und Privatleute gingen bankrott, da es keine Regulierung oder Sicherungen gab, verloren viele Menschen jeden ersparten Cent. Unternehmen gingen pleite und in Folge dessen brach die Wirtschaft zusammen. Die Arbeitslosenquote stieg auf knapp 25% und was in Amerika startete schwappte dann über auf die restliche Welt. Und zack! Weltwirtschaftskrise! Good job, America! Emoji Smiley-13 Kommunismus Emoji Smiley-33, Prohibition  Emoji Smiley-33, die Mafia Emoji Smiley-33 und jetzt auch noch Weltwirtschaftskrise Emoji Smiley-33 Ihr hattet ja einen richtigen Lauf!

Es muss doch mal bergauf gehen: Der New Deal 

Nun war es so, dass es bis dato keine sozialen Absicherungen für Amerikaner gab. Die Unabhängigkeit eines jeden von der Regierung zählte damals sehr viel, fußt es doch auf der Grundidee der ersten Siedler. Doch dann kam Franklin Delano Roosevelt, der sich aufgrund der großen Not der Amerikaner gedrungen sah, viele wirtschaftspolitische und finanzpolitische Reformen, die kurzfristig und langfristig Linderung der Not erbringen sollten, umzusetzen. Eine der wichtigsten und einschneidensten Reformen war die Einführung der Sozialversicherung. So wurde die Rentenversicherung in den USA eingeführt, die teils vom Arbeitnehmer, teils vom Arbeitgeber bezahlt wurde. Um die Euphorie aber direkt zu dämpfen: Die Anforderungen an Arbeitnehmer, um an der Rentenversicherung teilnehmen zu können, waren so eng gestrickt, dass im Kern nur weiße Männer wirklich teilnehmen konnten. Diese Anforderungen wurden erst einige Jahre später gelockert, sodass sich der Kreis der Begünstigten vergrößerte. Warum das so ein, meiner Meinung nach, so einschneidender Reformakt war? Darauf gehe ich ebenfalls in diesem Artikel ein, wir wollen ja erst den „kurzen“ „Abriss“ über die Geschichte der USA fertig lesen Emoji Smiley-01. Nun denn, es ging gaaaanz langsam wieder aufwärts mit der Wirtschaft, wobei erst so richtig Fahrt in die Wirtschaft kam, als:

Kriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieg!

Wieder mal litt eine gewisse europäische Nation an maßloser Selbstüberschätzung und erklärte links wie rechts allen den Krieg. Nachdem die Amerikaner ja schon im ersten Weltkrieg an weit entfernter Front mitgewirkt hatten, war die Zurückhaltung groß, was die Teilnahme am zweiten Weltkrieg anging. Man war der Meinung, dass nicht noch mehr Amerikaner für etwas sterben sollten, von dem man nicht versteht, wie es einen selbst betrifft. Diese Haltung änderte sich schlagartig, als Japan 19141 Pearl Habor wie aus dem Nichts angriff und das Bewusstsein der Amerikaner damit wohl für immer veränderte. Plötzlich war man auf eigenem Boden verwundbar und dieser Affront konnte nicht unbeantwortet bleiben. Der Kriegserklärung an Japan war quasi schon getippt und kurz darauf zogen Deutschland und Italien nach und erklärten, als Verbündete von Japan, den Amerikanern den Krieg. Die Menge an Soldaten und die Bedeutung des Kriegseintritts der Amerikaner war wieder einmal entscheidend für den Ausgang des Krieges. Mit dem Kriegseintritt wurde die Aufrüstung natürlich extrem angetrieben und somit stieg die Beschäftigungsquote mit einem Mal rasant an. Amerika war wirtschaftlich wieder auf dem Dampfer und kämpfte nun dafür, die neu gewonnene Kraft gegen die bösen Mächte einzusetzen. Wie wir wissen, gewannen die Amerikaner im Alliertenbund wieder einmal den Krieg. Doch auch hier sollten die nächsten Probleme nicht lange auf sich warten.

Krieg – aber nicht so richtig

Deutschland besiegt, aber nach vielen Verhandlungen mit den Allierten Mächten war das Kernergebnis für die Amerikaner: ¹⁄³ der Welt war kommunistisch regiert. Die restlichen ²⁄³ waren dem demokratischen System der USA in jedweder Art wohlgesonnen. Dass der Kommunismus solche Ausmaße annahm, war für die Amerikaner natürlich ein riesiges Problem. Wenn es soweit kommen konnte, musste man dringend alles unternehmen, um das Problem einzudämmen und nicht größer werden zu lassen. Genau das tat Präsident Harry S. Truman auch und brachte seine Containment-Politik in Spiel. Darunter fällt z.B. der Marshall-Plan, der statt (wie vorher) der Idee, aus Deutschland einen schwachen Agrarstaat zu machen, vorsah, der Bundesrepublik (also den Teil der von den westlichen Allierten Mächten besetzt wurde) eine starke Wirtschaft zu geben und so, zumindest unter weiterer Besetzung der Mächte, zu einem starken Staat. Hintergrund war hier der Gesichtspunkt, dass Deutschland, als Land wo die kommunistischen und demokratischen Ideen direkt aufeinandertrafen, so stark sein müsse, dass sich das kommunistische Übel von Osten nicht noch weiter nach Westen vorfressen könne. Weiterhin wurde die NATO gegründet und damit waren die Amerikaner das erste Mal in einem formalen Verbündnis mit anderen großen Staaten. In dieser Zeit zeigte Amerika eine Vorreiterrolle, was die Stärkung der Demokratie und der freien Marktwirtschaft anging und bot damit der Kommunismus klar und deutlich paroli. Diese Vorreiterrolle bewahrt es sich seither auf, auch wenn der Kalte Krieg mittlerweile vorrüber ist. Nichtsdestotrotz befanden sich die Sowjetunion und die Amerikaner im Kalten Krieg, der im Kern das jeweilige Ziel hatte durch Einschüchterung und Stellvertreterkriege das eigene politische System weiter voran zu bringen und das jeweils andere zu schwächen.

Kommunismus eindämmen oder zurückdrängen?

In so einer aufregenden Epoche darf natürlich eine Doktrin nicht fehlen. Die gute Truman-Doktrin von 1947 fasst demnach zusammen: „Ich glaube, es muss die Politik der Vereinigten Staaten sein, freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen. Ich glaube, wir müssen allen freien Völkern helfen, damit sie ihre Geschicke auf ihre Weise selbst bestimmen können. Unter einem solchen Beistand verstehe ich vor allem wirtschaftliche und finanzielle Hilfe, die die Grundlage für wirtschaftliche Stabilität und geordnete politische Verhältnisse bildet.“ Hierbei ist entscheidend, dass vorranging wirtschaftliche Interventionen maßgebend sind. Den kommenden Präsidenten ging die Containment-Politik und die Doktrin nicht weit genug, sodass ab Mitte bis Ende der 50er Jahre das Ziel war, den Kommunismus nicht einzudämmen, sondern zurückzudrängen. So ging dem werten Herrn Eisenhower, seines Zeichens nun Präsident, die Truman-Doktrin nicht zu weit, daher auch seine Eisenhower-Doktrin von 1957, mit der er proklamierte, dass die USA alle zur Verfügung stehenden Mittel (z.B. auch Atomraketen) einsetzen würde, um prowestliche Regimes vor der kommunistischen Gefahr bzw. ganz konkret der Sowjetunion zu schützen.

Nicht nur Kommunismus, auch Rassismus ist ein Problem

Während man sich außenpolitisch mit der roten Bedrohung auseinander setzte, brodelte im inneren der USA bezüglich der Rassenfrage. Immerhin war die Sklaverei schon seit 100 Jahren abgeschafft, trotzdem genoßen schwarze US-Bürger nicht nur bedeutend weniger Grundrechte als die weiße Bevölkerung, sie wurde, insbesondere in den Südstaaten auch systematisch diskriminiert und gar verfolgt. Ein Teil dieser systematischen Diskriminierung war die Rassentrennung. Jene sah vor, dass öffentliche Einrichtungen jeweils für schwarze und weiße Bürger existieren sollten. Weiße und Schwarze gingen also beispielsweise nicht gemeinsam zur Schule oder zur Universität, ins selbe Schwimmbad oder ins selbe Krankenhaus. Während es immer Bestrebungen der Schwarzen gab, diese Ungerechtigkeiten aufzuweichen, gelangen ihnen nur kleine und unbedeutende Erfolge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Es formt sich Widerstand: Die Bürgerrechtsbewegung entsteht

Die eigentliche Bürgerrechtsbewegung, an deren Ende die (zumindest) gesetzliche Gleichstellung von Schwarzen und Weißen stand, begann mit einer Dame namens Rosa Parks. Jene Frau, von der ich sogar in der Schule gelernt habe, weigerte sich in Montgomery, Alabama im Jahre 1955 ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen. Die darauffolgenden Proteste beider Seiten mündeten in einem Boykott der Busse in Montgomery durch die afroamerikanische Bevölkerung der Stadt. Aus diesem Aufbäumen der Schwarzen entstand nunmehr die Bürgerrechtsbewegung. An dessen Spitze sich direkt kein geringerer als Martin Luther King Jr. befand. Fortan setzte die Bewegung auf gewaltlosen Widerstand, den man auch als zivilen Ungehorsam betitelte. So wurden beispielsweise Restaurants, die nur für Weiße vorgesehen waren, durch Schwarze besetzt. Mit der Zeit wuchs die mediale Aufmerksamkeit und so wurde nicht nur die ganze Nation, sondern auch die ganze Welt Zeuge von rassistischen Übergriffen durch Weiße auf friedlich sich widersetzende Schwarze. Diese Berichterstattung und der Druck, der auf die Politik immer anstieg, mündeten am Ende auch im Civil Rights Act von 1964. Die formaljuristische Gleichstellung von Schwarzen mit Weißen in allen Bereichen des Lebens.

Krieg im beschaulichen Vietnam

1965 zog man dann in den Vietnamkrieg, der ein eben solcher Stellvertreterkrieg war. Während im Norden der Vietcong versuchen wollte, den Süden des Landes, der sich anmaßte anti-kommunistisch zu sein, einzunehmen, versuchten eben jene im Süden dies zu verhindern. Da der Vietcong durch die Sowjetunion unterstützt wurde, traten die Amerikaner den Südvietnamesen bei. Der Krieg wurde gerade zuhause in den USA stark kontrovers betrachtet. Während man natürlich den Kommunismus zurückdrängen wollte, sahen es nach großen Verlusten seitens der Amerikaner viele US-Bürger als unnötigen Krieg an, der dringend gestoppt werden musste. Das Verständnis reichte nicht dorthin, wieso der kleine Fleck Land auf der anderen Seite des Globus jetzt einen solchen Unterschied machen sollte im Machtgefüge des Kalten Krieges. Nachdem der Druck auf die Politik immer größer wurde, kam es u.a. zur Nixon-Doktrin 1969, wo er kurzerhand mal klar machte (leeeeicht überspitzt formuliert), dass die Verbündeten der USA doch wohl mal in der Lage sein sollten, sich selbst zu verteidigen und dass man doch nicht immer allen auf immer helfen könnte. Das sollte natürlich helfen das eigene Volk zu beruhigen und damit eine Tür öffnen, sich aus dem Krieg zurück zu ziehen, der bisher wahrlich nicht gut lief für die Amerikaner. Erst 1973 wurde dann seitens der Amerikaner ein Waffenstillstand verhandelt. Nicht lange später hatte der Vietcong dann Vietnam komplett eingenommen. Ich bin mir nicht 100%ig sicher, aber es könnte sein, dass es der bis dato erste Krieg war, den die Amerikaner (faktisch) verloren haben.

Jaja, dieser Reagan & dieser Clinton

Der nächste Schritt, auch als Lehre aus dem Vietnamkrieg war dann die Reagan-Doktrin von 1985. Jene besagt, dass antikommunistische Guerillagruppen unterstützt werden sollten, wenn diese Anstrengungen unternehmen, die kommunistische Macht in allen Teilen der Welt zurückzudrängen. Zwar war es teilweise nicht nur völkerrechtlich höchst bedenklich ein paar Freizeitsoldaten Geld und Waffen in die Hand zu drücken, damit sie Regierungen stürzten, es führte auch zu großen Unruhen in eben jenen Gebieten, die sich teilweise bis heute nicht davon erholt haben. Zusammen mit seiner Doktrin vertrat Reagan auch die Überzeugung, dass Amerika die führende Weltmacht sein sollte und bleiben sollte und rüstete wie blöd weiter auf. Kurz darauf war es ja dann auch „schon“ vorbei mit dem Kalten Krieg und der Kommunismus war besiegt. Was Reagan mit seiner stolz geschwellten Brust begann, führte Präsident Clinton dann weiter. Es wurden viele kleine Kriege und Interventionen durchgeführt, die allesamt den Sinn hatten, dass die Weltpolizei USA den schwächeren Ländern, denen sonst keiner hilft, mal zeigt, wie Demokratie und Recht und Ordnung geht. Nicht selten wurde das vordergründige Ziel zwar erreicht, aber eine dauerhafte Stabilität der Region wurde dadurch nicht erreicht. Regionen, in denen sich eingemischt wurde, waren unter anderem Kuwait, Somalia, Bosnien-Herzegowina, Iran, Haiti Sudan, Afghanistan, etc. pp.

11. September 2001

Während ich weiter oben schrieb, dass der Angriff auf Pearl Habor das Bewusstsein einer ganzen Nation nachhaltig änderte – von isolationistischer Haltung à la „Iss mir egaaaaal, macht ihr da draussen was ihr wollt, solange ihr uns nicht anpackt“ hin zur Weltpolizei, die sich in den nächsten 70 Jahren in unzählige Kriege und Interventionen involvierte (von bei denen denen die meisten Weltbewohner nicht mal annähernd auf einer Karte zeigen könnte, wo sich eben jene Länder befinden, geschweige denn, dass deren Probleme für das amerikanische Volk verständlich gewesen wären), so geschah vergleichbares nach dem 11. September 2001. Der koordinierte Terrorangriff durch das Terrornetzwerk Al-Quaida, der nicht nur tausenden Menschen das Leben kostete, sondern auch Wahrzeichen und Inbegriffe Amerikas zerstörten, war wieder einmal ein solcher Punkt in der Geschichte der USA, an dem sich im Bewusstsein der Amerikaner einiges änderte. Ausgedrückt wird dieses neue Bewusstsein auch in der Bush-Doktrin. Jene besagt, dass man präventiv in Kriege eintreten kann, wenn diese einer vermuteten Gefährdung entgegen wirken. Zu dieser Zeit hatte die USA bereits Krieg mit Afghanistan begonnen, weil diese, die von der Taliban regiert wurden, den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, nicht ausliefern wollten. Die Taliban-Regierung wurde im Zuge des Kriege gestürzt. Kurze Zeit später, mithilfe der Bush-Doktrin, wurde ein Präventivschlag gegen den Irak durchgeführt. Die Begründung, also die vermutete Gefährdung, benannte die USA mit Massenvernichtungswaffen, die im Irak existieren sollten und damit gegen eine UN-Konvention verstießen. Viele Tote später hat man bis heute keine Massenvernichtungswaffen gefunden, dafür aber wieder einmal ein Land von einem Diktator befreit und gänzliche Unstabilität in die Region gebracht.

Völkerrecht? Iss mia egaaaaal 

Seit eben jenen Anschlägen, der Doktrin, den Kriegen und der großen Angst vor dem Terror hat sich die USA sehr weit von ihren Grundsätzen, die einst noch überschaubar nur auf Amerika bezogen waren entfernt. Gleichermaßen predigen sie zwar noch weiterhin die Weltpolizei zu sein und das alles im Namen von Demokratie und Freiheit zu tun, doch das nimmt ihnen kaum noch jemand ab. Die meisten westlichen Nationen gehen mit den Interventionen der jüngeren Vergangenheit nicht d’accord und oft genug haben die amerikanischen Politiker gesagt, dass es ihnen um die Sicherheit und Freiheit von Amerika und nicht von der freien Welt geht. Wo früher ein politisches System auf der Welt verteidigt wurde, verteidigt man mittlerweile nur noch seine Vorstellung seines Landes. Dass die Landesgrenzen ansich sicher sind, steht außer Frage. Daher sind die Angriffe, teils Präventivschläge fernab der eigenen Grenzen für den Rest der Welt so schwer zu verstehen. Neben den bereits genannten Interventionen haben in dem genannten Zeitraum auch Folter und weitere Kriegsverbrechen stattgefunden, die alle unter der Rechtfertigung des Krieges gegen den Terrorismus durchgeführt wurden, den die USA aber in der Form gänzlich alleine führt. Seit manche Skandale an die Öffentlichkeit gelangt sind, bemüht sich Präsident Obama darum, die Dinger einigermaßen aufzuarbeiten und zu stoppen. Aber nicht nur verläuft dieser Prozess mehr als schleppend, er stößt im eigenen Volk auch nicht selten noch auf starke Kritik. Zwar weicht diese immer weiter auf, trotzdem gibt es nicht wenige Amerikaner, die all die eingesetzten Mittel als legitim im Kampf gegen den Terrorismus und damit der Verteidigung der eigenen Vorstellung in der Wüste von Afghanistan oder dem Irak.

______________________________________________

Wer noch kann, kann sich jetzt dem Artikel zum Selbstverständnis der USA widmen Emoji Smiley-06

Kategorie(n): Geschichte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *